Mercedes Frontlenker-Lkw Pullman


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Frontlenker-Fahrgestell LP 312


Boten zunächst nur Firmen wie Kässbohrer, Wackenhut und Binz Frontlenker auf Basis der Mercedes-Hauber L 3500/4500 an, so stellte Mercedes ab Mitte 1954 mit dem LP 312 ein passendes Frontlenker-Fahrgestelle ohne Fahrerhaus und Aufbau zur Verfügung. Auf Basis dieses 2,30 m breiten Fahrgestells bot Ackermann einen Möbelwagen mit 2,30 m und 2,50 m Breite an. Dieser wurde von Wiking 1958 als Modell umgesetzt.

Mittlerer Frontlenker LP 321


Den ersten eigenen mittleren Frontlenker-Lkw bot Mercedes ab 1957 mit dem LP 321 (9,25 t zGG) an, der 1959 durch den LP 322 (10,5 t zGG) abgelöst wurde (ab 1963 als LP 1113 bezeichnet). Ergänzt wurde der LP 322 ab 1961 um den LP 323 (7,4 t zGG, ab 1963 LP 710) und den LP 328 (9 t zGG, ab 1963 LP 911). Wiking setzte den Pritschen-Lkw ab 1960 als "Frontlenker 321" ins Modell um.

Schwere Frontlenkerzugmaschine LPS 334


Ab Juni 1955 bot Mercedes serienmäßig Frontlenker-Schwerlastwagen an, welche mit einem Fahrerhaus der Firma Wackenhut in normaler oder langer Ausführung ausgestattet waren. Einzige Sattelzugmaschine war der LPS 315 mit 360 cm Radstand und 14,9 t zGG, der aufgrund der Maß- und Gewichtsbeschränkungen durch die Seebohm'schen Gesetze nur bis Ende 1957 angeboten werden durfte. Er wurde abgelöst durch den LPS 329 mit 300 cm Radstand und 12,0 t zGG, der aufgrund des geringeren Gewichts kleinere Räder hatte.

Ab 1960 wurden die Beschränkungen im Hinblick auf die Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wieder gelockert, woraufhin Mercedes Ende 1959 den LPS 334 mit 16,0 t zGG vorstellte, den es mit 300 und 350 cm Radstand gab. Nach den Werksferien 1961 verlagerte Mercedes die Scheinwerfer vom Kühlergrill in die Stoßstange. Ein Jahr später wurde das Fahrerhaus gegenüber der Vorderachse um 30 cm vorgezogen und der Radstand um 20 cm verlängert. 1963 folgte die Ablösung durch die neuen kubischen Fahrerhäuser.

1960 stellte Wiking auf der Nürnberger Spielwarenmesse den großen Mercedes Sattelschlepper vor. Gezogen wurde der Ackermann Kofferauflieger von einer zweiachsigen Mercedes-Zugmaschine mit Normalfahrerhaus mit Scheinwerfern im Grill und einem Radstand von umgerechnet 300 cm.

Auch wenn die Kombination mit dem Einachsauflieger noch eine typischen 24-Tonnen-Sattelzug darstellte, so lässt sich die Zugmaschine anhand der großen 12 mm-Rädern mit 10-Loch-Felge als LPS 334 identifizieren, wie er von 1960 bis Mitte 1961 gebaut wurde. Ab 1963 durfte die Zugmaschine dann auch im Wiking-Programm Zweiachsauflieger ziehen und so einen ab Juni 1960 wieder erlaubten 32-Tonnen-Sattelzug darstellen.

Der Tausendfüßler LP(S) 333


Als Reaktion auf die Maß- und Gewichtsbeschränkungen durch die Seebohm'schen Gesetze bot Mercedes ab 1958 mit dem LP 333 einen Pritschen-Lkw mit zwei lenkbaren Vorderachsen an, der weiterhin ein zGG von 16 t haben durfte. Bei der davon abgeleiteten Sattelzugmaschine LPS 333 war die zweite lenkbare Achse vor der Hinterachse positioniert. Wiking hat auf der Spielwarenmesse 2019 angekündigt, Lkw und Zugmaschine ins Modell umsetzen zu wollen.

© Fotos: Auktionshaus Saure, Wiking Fan